Schauspielbrief Mai 2012

Liebe Theaterfreunde,



Im Mai gibt es ein neues Stadtprojekt, das sich mit dem muslimischen Mannheim beschäftigt:
KORANSCHULE Erkundungen im muslimischen Mannheim
Premiere am 05. Mai 2012 um 19.00 Uhr, Treffpunkt Theatervorplatz
Weitere Vorstellungen am 6., 7., 8., und am 27., 28., und 29. Mai 2012,
jeweils um 19.00 Uhr
Seit 1995 steht ein prächtiger Moscheebau in Mannheim, 14 weitere Moscheegemeinden sorgen für einen vielfältigen Mannheimer Islam. Bei 300.000 hab ich aufgehört zu zählen, sagte uns ein ehemaliger Moscheevorstand und glaubt, dass inzwischen eine Million BesucherInnen in der großen Yavuz Sultan Selim Moschee waren. Trotzdem muss „der Islam“ auch in der Mannheimer Öffentlichkeit mit Klischees und Vorurteilen kämpfen und sich seinen Platz im „christlichen Abendland“ täglich neu erkämpfen. Gibt es ihn denn überhaupt: „den Islam“? Und ist nicht das Gefühl der Fremdheit, gepaart mit Unkenntnis, Teil des Problems? Denn, Hand aufs Herz, wer weiß schon Bescheid über die muslimische Glaubenspraxis? Bei der Frage, was die SchiitInnen von den SunnitInnen unterscheidet, hilft bestimmt noch das Internet, aber wie betet man in einer Moschee? Wer prägt die Mannheimer Gemeinden? Ist der Bart des Propheten heilig? Wie steht es tatsächlich um die Frauenfrage jenseits ihrer politischen Instrumentalisierung? Und wie verändert die Diaspora den Glauben?
Die Regisseurinnen Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder wagen gemeinsam mit dem Nationaltheater einen theatralen Vorstoß in die naheliegende Terra Incognita und schicken das Publikum in die längst überfällige Koranschule. Aus Interviews mit Mannheimer Gläubigen entsteht ein Panorama zeitgenössischer Religiosität, das ab Anfang Mai auf einem Spaziergang durch das muslimische Mannheim von SchauspielerInnen und ExpertInnen des Alltags sinnlich erfahrbar gemacht wird. Ein Spaziergang, aber auch eine Expedition, eine Unterrichtsstunde und eine Übung in gelebtem Glauben.
Inszenierung: Nina Gühlstorff / Dorothea Schroeder - Ausstattung: Marouscha Levy -
Dramaturgie: Stefanie Gottfried / Jan-Philipp Possmann
Mit: Michaela Klamminger; Martin Aselmann, Klaus Rodewald
Eine Veranstaltung im Rahmen des Landesjubiläums Baden-Württemberg 2012.



Und es steht die nächste Premiere des Schauspieldirektors Burkhard C. Kosminski an, der Sibylle Lewitscharoffs Debüt als Dramatikerin Vor dem Gericht inszeniert hat:
VOR DEM GERICHT (UA) von Sibylle Lewitscharoff
Premiere am 20. Mai 2012 um 19.00 Uhr im Schauspielhaus
In ein Wirtshaus, das nur wenig von einem gewöhnlichen Wirtshaus abweicht, gelangen hintereinander sieben Personen, darunter ein Ehepaar. Sie werden von einem Kellner an einen Tisch geführt, dessen merkwürdige Kommentare die verstört und apathisch wirkenden Gäste ohne Verwunderung einfach hinnehmen. Sie gehorchen dem Kellner aufs Wort, der sie alle an einem Tisch Platz nehmen heißt, obwohl andere Tische frei sind. Allmählich kommt der Verdacht auf, dass hier etwas nicht stimmt. Was bestellt werden kann und serviert wird, stimmt mit den normalen Speiseplänen eines Wirtshauses nicht überein. Obwohl sich einige der Personen, insbesondere das Ehepaar, mit der Zeit etwas lebhafter betragen, fallen andere in den Zustand der Gedämpftheit zurück. Zug um Zug enthüllt sich, dass es sich um Tote handelt, die auf ihren Prozess warten, Zug um Zug enthüllt sich deren Lebensgeschichte.
Das Wirtshaus, in das sie ohne ihr Zutun geraten sind, ist nichts anderes als das Vorzimmer zum Großen Gericht.
Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart geboren, studierte Religionswissenschaften und lebt in Berlin. Sie veröffentlichte Hörspiele, Erzählungen und die Romane Pong, Montgomery, Consummatus und Apostoloff. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg­Bachmann­Preis.
2007 wurde sie mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet und 2008 mit dem Marie­Luise­Kaschnitz­Preis. Für Apostoloff erhielt sie 2009 den Preis der Leipziger Buchmesse. Vor dem Gericht ist ihr erstes Theaterstück.
Inszenierung: Burkhard C. Kosminski – Bühne: Florian Etti – Kostüme: Lydia Kirchleitner – Musik: Hans Platzgumer – Dramaturgie: Ingoh Brux
Mit: Ragna Pitoll, Anke Schubert, Dascha Trautwein, Elke Twiesselmann; Thorsten Danner, Ralf Dittrich, Michael Fuchs,Reinhard Mahlberg



TINY KUSHNER (DSE) von Tony Kushner
Premiere am 15. Juni 2012 um 20.00 Uhr im Studio
Tiny Kushner ist echter Tony Kushner, nur kleiner und gemeiner. Der Abend versammelt fünf Monodramen des amerikanischen Dramatikers über Politik und Psychologie. Eine Reise zum Mond, ins Paradies und auf die Couch. In einer Art Paralleluniversum treffen die ruhelosen Geister des Zwanzigsten Jahrhunderts, von der Königin von Albanien über Nixon zu Laura Bush aufeinander und suchen nach Erlösung, oder zumindest nach Steuerbefreiung.
Inszenierung: Nicole Schneiderbauer, Robert Teufel – Bühne: Linda Johnke – Kostüme: Rebekka Zimlich – Dramaturgie: Jan-Philipp Possmann
Mit: Almut Henkel, Michaela Klamminger; Martin Aselmann, Jacques Malan, Sven Prietz, Sascha Tuxhorn
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EXTRAS



LöEhle läEdt ein
Ein Hausautorenabend mit Gästen
12. Mai 2012 um 21.00 Uhr im Studio


Mother Tongue SPECIAL - THE OUTCAST


Lesung und Diskussion mit Peter Pearce in englischer Sprache und special Guest
12. Juni 2012 um 20:00 in der Lobby Werkhaus
In diesem Special widmet sich Peter Pearce dem Schriftsteller, der in dem am 25. Mai 2012 uraufgeführten Musiktheater The Outcast von Olga Neuwirth im Zentrum steht: Herman Melville. Er liest aus Melvilles Meisterwerken Bartleby, the scrivener und Moby-Dick, berichtet aus der vielschichtigen Lebensgeschichte des Waljägers, Schriftstellers und Zollbeamten und kombiniert die Texte mit ausgewählten Musikeinspielungen der vielfach ausgezeichneten Komponistin, die in ihren Kompositionen filmische Techniken wie Montage, Überblendungen und Schnitte anwendet.





... und nicht verpassen ZUM LETZTEN MAL
EHEMÄENNER
2. Juni 2012 um 20.00 Uhr im Studio


Bis bald im Theater,
wünscht Ihnen Ihre
Dramaturgie Schauspiel


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Im Kreis der Besten. Leben im Quadrat (UA)
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