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Begegnung vom 16.07.2008 mit Ralf Dittrich und Nadine Schwitter
Bei der jüngsten Inszenierung des „Faust“ sind sie sich nicht so nahe gekommen wie jetzt bei der „Begegnung …“ der Freunde und Förderer des Nationaltheaters: Ralf Dittrich und Nadine Schwitter, der Mephisto und das Gretchen. Vorangegangen war eine bravouröse Führung durch die Theatersammlung der Reiss-Engelhorn-Museen mit Liselotte Homering. So eingestimmt, wurden die Theaterfreunde dann im Anna Reiss-Saal in die Regie-Probleme einer Faust-Inszenierung durch die herrlich grotesken Regie-Anweisungen eingeführt, die Dramaturg Volker Bürger als Moderator des Abends Lutz Hübners Theaterkabarett „Seite 89 ff.“ ausgewählt hatte: Spielt man die Kästchen-Szene kurz oder lang, mit oder ohne Streichungen, intellektuell oder sinnlich ? Ein „Faust“, über den man lachen durfte.
Für Nadine Schwitter, die noch aus der Münchner Schauspielschule heraus engagiert wurde, ist Mannheim die erste Station ihres Schauspielerlebens. Mit einem schweizerischen Vater und einer ungarischen Mutter war – heute kaum zu glauben - Deutsch für sie zunächst eine Fremdsprache. Sie ging in der Schweiz zur Schule, wollte auch einmal Cellistin werden, wollte Filmregie machen, bevor sie ihren wahren Beruf entdeckte. In ihren zwei Mannheimer Jahren hat sie bereits in zehn Inszenierungen mitgewirkt - „eine tolle Schule“. Hat sie sich dabei verändert ? Ja, sie ist mutiger geworden, selbständiger, und sie weiß nun, dass ein Schauspieler auch unter Schwierigkeiten die Freude am Spiel behalten muss. Spielt sie lieber Rollen der Zeitgenossen oder der Klassiker? „Die Klassik ist viel reicher“, Tschechow, Ibsen, Hauptmann sind ihre liebsten Autoren. Aber auch die Uraufführungsrolle in Reto Fingers „Kaltem Land“ empfand sie als ein großes Geschenk. Das reine, religiös erzogene Gretchen heute erlebbar zu machen, war eine neue Herausforderung.
Ralf Dittrich war vor der Wende einst Absolvent der berühmen Ostberliner Ernst Busch-Schauspielschule mit ihrer breiten Ausbildungspalette mit Tanz, Gesang, Fechten, Pantomime und vielem anderen mehr. Er spürt auch heute noch die unterschiedlichen Theaterauffassungen zwischen Ost und West: Dort die Konzentration auf Text, Sprache, Gang – hier das Individuum als Mittelpunkt. Eigentlich wollte der junge Dittrich Physik studieren und lediglich als Statist ein wenig Geld verdienen – noch heute weiß er, dass er in Cäsar und Kleopatra „Heil Cäsar“ zu rufen hatte – aber dann ließ das Theater ihn sein Studium vergessen. Mit Leander Haussmann, durch dessen spektakuläre Inszenierung von „Romeo und Julia“ er als Erzähler führte, ging er für fünf Jahre nach Bochum. Danach spielte er an vielen Bühnen, am inzwischen geschlossenen Berliner Schillertheater, in München, in Wien, mit vielen renommierten Regisseuren wie Frank Castorf oder Langhoff. Er geht in die erste Probe, ohne den Text auswendig zu kennen, er liest das Original, nicht nur die Strichfassung, „ich gehe offen hinein, ich weiß am Anfang noch gar nichts über die Figur“. Was spielt er am liebsten ? „Ich bin eher konservativ, bleibe gern am Stück – aber es fasziniert mich auch, wenn einer ein Stück ganz neu erzählt ..“ Jetzt ist er, der lange als freischaffender Künstler gearbeitet hat, zwei Jahre im Mannheimer Ensemble – und vielleicht auch ein drittes. Hoffentlich ! 
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|  Begegnung vom 16.07.2008
mit Ralf Dittrich und Nadine Schwitter
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