OPERNBRIEF Mai / Juni 2012
Liebe Theaterfreunde,
Bitte unbedingt vormerken (und beachten MLP Marathon):
Festlicher Opernabend 12. Mai 2012, 19.30
Gaetano Donizetti
L’elisir d’amore (Der Liebestrank)
mit Olga Peretyatko und Dmitry Korchak
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Mit freundlicher Unterstützung der Baden-Württembergischen Bank
Die zweite Maihälfte steht ganz im Zeichen der Uraufführung von Olga Neuwirths The Outcast. Die gebürtige Österreicherin ist eine der wichtigsten und kreativsten Komponistinnen der jüngeren Generation. Zur Zeit ist sie in Mannheim zu Gast und erlebt, wie sieben Gesangssolisten, darunter der bekannte Chansonnier Georgette Dee, ein eigens zusammengestellter Knabenchor und das durch E-Gitarre , Akkordeon und Sampler ergänzte Nationaltheaterorchester ihrer musiktheatralen Vision Gestalt verleihen. Ein Workshop zum zeitgenössischen Musiktheater sowie eine Einführungsmatinee bilden das Rahmenprogramm für die mit Spannung erwartete Uraufführung dieser Spielzeit.
Olga Neuwith
THE OUTCAST
Uraufführung am 25. Mai 2012
Der alte Schriftsteller Melville lässt sein Leben Revue passieren. Immer stärker drängen sich ihm Fragen nach dem Menschen und seinen Abgründen auf. Dabei trifft er auf Figuren aus seinen eigenen Romanen, insbesondere aus Moby Dick. Trotz – oder wegen – der Suche nach tieferen geistigen Wahrheiten, die er in Analogien zwischen der menschlichen Seele und der unerbittlichen, aber schönen Natur aufzuspüren hofft, zielt das Begehren dieses Wissenden, aber Gescheiterten, letztlich nur auf »Heilung durch das Meer«. Die Inspiration zu The Outcast lieferte der Schriftsteller Herman Melville, der wie kein Zweiter in seinem Werk der menschlichen Natur in ihrem unersättlichen Verlangen nach pragmatischer Nutzbarmachung der Welt nachspürt. – Olga Neuwirths Musiktheater ist von filmischen Elementen beeinflusst, die sich in unerwarteten Schnitten, Überblendungen und Montage zeigen. Dabei sucht die Komponistin mit ihren intermedialen Konzeptionen nicht eine Synthese der Künste, sondern Raum für eine »schöpferische Fantasie, um der Sprachlosigkeit über die Irrationalität des menschlichen Daseins zu entkommen.« Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2009 den South Bank Show Award für ihre Oper Lost Highway sowie den Großen Österreichischen Staatspreis 2010.
Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke, Inszenierung und Bühne: Michael Simon, Kostüme: Zana Bosnjak, Video: Lillevan, Dramaturgie: Anselm Dalferth, Chor: Tilman Michael, Kinderchor: Anke-Christine Kober
Mit Trine Wilsberg Lund; Bryan Boyce, Georgette Dee, Benedikt Nawrath, Steven Scheschareg, Anton Skrzypiciel, Andrew Watts; Felix Kober/Julius Lehmann
EINFÜHRUNGSMATINEE ZUR URAUFFÜHRUNG THE OUTCAST
am 20. Mai 2012 um 11.00 Uhr im Theatercafé
mit Beteiligten der Produktion
SINNLICHKEIT UND SINN
Ein Workshop zum zeitgenössischen Musiktheater
am 20. Mai 2012 um 18.00 Uhr im Studio
Bernd Alois Zimmermann
ICH WANDTE MICH UND SAH AN ALLES UNRECHT, DAS GESCHAH UNTER DER SONNE - EKKLESIASTISCHE AKTION
Zweimalige Aufführung und Podiumsgespräch im Rahmen des 98. Deutschen Katholikentags 2012 e. V. am 18. Mai 2012
Fünf Tage, bevor sich Bernd Alois Zimmermann im Alter von 52 Jahren das Leben nahm, beendete er sein letztes Werk und hinterließ mit seiner Ekklesiastischen Aktion ein zutiefst pessimistisches kompositorisches Vermächtnis. Der »zweifelnde« Katholik Zimmermann hatte sich immer wieder auf Texte aus dem alttestamentlichen Buch Kohelet bezogen und verbindet sie hier mit Auszügen aus Dostojewskis nihilistischer Legende vom Großinquisitor aus seinem Roman Die Brüder Karamasov, einer fingierten monologischen Begegnung des greisen Großinquisitors im Spanien des 16. Jahrhunderts mit dem wiedergekehrten Christus, den er gefangen nehmen lässt und als Häretiker verbrennen will. Der Untertitel von Zimmermanns Werk konkretisiert nicht nur den biblischen (und den kirchlichen) Bezug, sondern deutet auch auf einen theatralischen Anteil der Komposition durch szenische Anweisungen an Sprecher, Sänger und Dirigent.
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier, Moderation: Michael Struck-Schloen (WDR 3, Köln)
Mit: Thomas Jesatko (Bass), Michael Fuchs (Sprecher), Franz Mazura (Sprecher)
Es spielt das Nationaltheaterorchester.
Podium: Prof. Dr. Dörte Schmidt (Musikwissenschaft, Universität der Künste Berlin), Prof. Dr. Thomas Schipperges (Historische Musikwissenschaft, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim), Prof. Dr. Magnus Striet (Fundamentaltheologie, Universität Freiburg im Breisgau), Christoph Ogiermann (Komponist, Instrumentalist, Rezitator, Kurator)
6. FAMILIENKONZERT
Schmutzige Töne, reine Klänge
am 3. Juni 2012
Mara, die Mannheimer Rakete, hat gehört, dass Töne dann gut klingen, wenn sie sauber und rein gespielt werden. Aber wer bestimmt, ob ein Ton sauberer ist als der andere? Und überhaupt - in derNatur gibt es doch auch viel Dreck. Und schön ist sie trotzdem! Was liegt also näher, als die Schönheit der Natur in dreckige und saubere Töne zu übertragen? Da hört man grüne Wiesen klingen und Erdhaufen dampfen, Winde stürmisch wehen und Donner grollen. Und mit deiner und Juris Hilfe muss auch mal untersucht werden, ob Naturhörner wirklich umweltfreundlicher als Posthörner sind!
Musikalische Leitung: Joseph Trafton, Moderation: Juri Tetzlaff, Dramaturgie: Anselm Dalferth
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Operndramaturgie

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