Begegnung vom 21.05.2008
der Oboengruppe des Nationaltheater-Orchesters


Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn sich Instrumentalisten außerhalb des Orchestergrabens präsentieren. Sabine Schweitzer lud die Musiker der Oboengruppe zur Begegnung ein und führte mit sichtbarer Freude am Sujet und dem Gespräch mit ihren im wahrsten Sinne des Wortes bestens gestimmten Kolleginnen und Kollegen durch den kurzweiligen Abend.


Es wurde alles geboten, was der Zuschauer sich nur wünschen konnte. Daniela Noppes führte sachkundig durch die Historie des Instruments, wobei den Zuhörern vom Namen her wahrscheinlich nur das Krummhorn und die Schalmei geläufig waren. Daniela Tessmann führte eindrucksvoll die Klangunterschiede zwischen moderner und Barockoboe vor. Ein „Schmankerl“ unter den weiteren Demonstrationen verschiedener Instrumente war die Vorstellung des Heckelphon durch Georg Weiss, der dieses Instrument, das in Mannheim nur in Opern von Richard Strauss eingesetzt wird, eindrucksvoll anspielte. Für die meisten Besucher überraschend war der Beitrag von Georg Lustig, der anschaulich berichtete, dass die Oboisten die Rohre ihres Instrumentes selber bauen und dass dieses individuell den anatomischen Gegebenheiten des jeweiligen Spielers angepasst wird. Selbst die Frage, ob optimalerweise das Mundstück mit Speichel oder Wasser befeuchtet werden sollte, ergab durchaus interessanten Diskussionsstoff.


Einblicke in die persönliche Sphäre gewährte Jean - Jacques Goumaz, der über seine internationale Ausbildung ( Schweiz, Deutschland, England ) berichtete, die teilweise durch Stipendien, teilweise durch Eigenleistung, unter anderem den kurzfristigen Verkauf seines Instruments, finanziert wurde. Einen weiteren persönlichen Beitrag lieferte Georg Lustig, der anschaulich über seine Tätigkeit in Bayreuth berichtete. Der Weg in diese begehrte Position führte ihn über die Empfehlung eines Kollegen. Die Arbeit in Bayreuth sei interessant, aber auch besonders anstrengend, da die ohnehin sehr langen Opern durch die Bayreuth-üblichen ausgedehnten Pausen zu besonders umfangreichen und Kräftezehrenden Abenden für alle Beteiligten und die Werke zudem in zeitlich extrem dichter Folge gespielt werden; zudem entfällt durch die zeitliche Platzierung der Festspiele auch der größte Teil der Sommerferien.


Der Abend war geprägt durch die ansteckende Fröhlichkeit und mitreißende Begeisterung der Gruppe für ihre Arbeit sowie der sichtbaren Harmonie der Gruppe, die auch neue Mitspieler aktiv unterstützt und integriert. Dass es nicht nur menschlich, sondern auch musikalisch harmoniert, zeigten die musikalischen Beispiele von Beethoven über Mozart zu Gordon Jacob, die in unterschiedlichen Besetzungen temperamentvoll und begeisternd vorgetragen wurden.


Preise
Eintritt zu Begegnungen
10,- €

Für F&F Mitglieder Eintritt
frei !

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Begegnung vom 21.05.2008
mit der Oboengruppe des Nationaltheater-Orchesters



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