Die FUF sind Mitglied bei MUTHEA der Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theater-Fördergesellschaften e.V. und im Vorstand vertreten.

MUTHEA aktuell April 2012 – ein Beitrag der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim
Der Ring am Nationaltheater Mannheim
Mannheim hat einen großen Ruf als Wagnerstadt. Dieser ist zum Teil historisch bedingt. Der Wagner Verband Mannheim ist der zweitälteste in Deutschland und mit etwa 800 Mitgliedern auch einer der mitgliederstärksten. Richard Wagner selbst erfuhr schon früh eine Unterstützung in Mannheim. So war der Musikalienhändler Heckel einer der ersten Förderer des Komponisten und trug durch Spenden dazu bei, dass Richard Wagner in der Lage war, das Festspielhaus in Bayreuth zu errichten.
Über die Jahrzehnte waren viele SängerInnen, Orchestermusiker und Dirigenten aus Mannheim in Bayreuth präsent, zu den bekanntesten zählt der Bassist Franz Mazura, der lange Jahre zum Stamm des Bayreuther Ensembles zählte.
Aus diesem Grund ist eine Neuinszenierung des Ring in Mannheim immer ein Ereignis, das die Theaterfreunde bewegt. Die letzte Ringinszenierung durch Martin Schüler (Intendant Staatstheater Cottbus) lag etwa 10 Jahre zurück, als sich die Intendanz entschloss, einen neuen Ring in Angriff zu nehmen. Der vorgesehene Regisseur Christof Nel gab den Auftrag zurück ; Achim Freyer, der zuletzt den Ring in Los Angeles inszeniert hatte, war der ursprüngliche Wunschkandidat, der nach dem Ausstieg von Christof Nel kurzfristig einsprang und den Auftrag übernahm.
Nach dem Auftakt mit Rheingold hatten die Theaterfreunde jetzt Gelegenheit, mit der Walküre die zweite Aufführung zu sehen. Während beim Rheingold noch teilweise Folgen der kurzen Probenzeit spürbar waren, ist die Inszenierung der Walküre ein perfektes Zeugnis der Freyer`schen Inszenierungskunst. Achim Freyer ist seit Jahrzehnten ein weltweit anerkannter Künstler, der in der Regel Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme für eine Inszenierung selbst erstellt und damit einen unvergleichlichen und jederzeit wieder erkennbaren Stil entwickelt. Wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen, findet man sich in einer faszinierenden Welt von Bildern und Symbolen, die einen eigenen Sog entwickeln. Auf einer fast leeren Bühne bewegen sich Menschen mit stilisierten Bewegungen und aufwendigen Kostümen. Eine Drehbühne kreist und kommt erst mit dem Tod Siegmunds zum Stehen. Die Beziehungen der Personen sind klar erkennbar, die Handlung wird deutlich vorangetrieben. In Rheingold und Walküre sieht Freyer eine „Göttermaschine, die Wotan schafft, um seine Ewigkeit und Herrschaft zu sichern“. Die Götterdämmerung verkörpert für ihn dagegen die „Menschenmaschine, die, den Göttern entlehnt, mit Verehrung dieser Götter als pervertierte Figuren, ein erschreckendes Bild der Zukunft entwirft“. Wir sind gespannt auf die Umsetzung dieser Ideen in den Inszenierungen von Siegfried und Götterdämmerung.
Die Rollen sind mit wenigen Ausnahmen mit eigenen Kräften hervorragend besetzt, wobei Heike Wessels die Entdeckung der Inszenierung in der Rolle der Sieglinde ist. Abweichend von einer jahrelangen Tradition erhalten die Zuschauer (wenn notwendig) Verständnishilfe durch die eingespielten Übertitel. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Generalmusikdirektors Dan Ettinger, einem Dirigenten, der auch außerhalb Mannheims (München, Wien, Tokio) große Erfolge feiert. Das Orchester selbst verfügt über eine große Erfahrung in der Interpretation von Wagners Werken.
Der Mannheimer Ring hat durch die Prominenz seines Regisseurs, wie vorhersehbar, nationale Aufmerksamkeit erregt. So schrieb die FAZ nach der Rheingold Premiere: „Der Mannheimer Ring ist eine Reise wert.“ nach oben

Vom 7. bis 9. Mai waren wir Gastgeber der Jahrestagung 2010 der Vereinigung der Deutschen Theaterfördervereine (MUTHEA)
Vertreter von 20 Fördervereinen aus ganz Deutschland folgten unserer Einladung Die Tagung wurde offiziell von GI Regula Gerber und dem Kulturbürgermeister Michael Grötsch eröffnet – Tagungsort war das Theatercafé des NTM. Bei einer anschließenden Stadtführung lernten unsere Gäste nicht nur die historischen Theaterstätten sondern auch die historisch gewachsene Bedeutung des Nationaltheaters für die Stadt kennen. Nach einem gemeinsamen Abendessen erlebten unsere Gäste eine hochklassige Aufführung der Oper „Werther“. Im Anschluss gab es Gelegenheit zum Gespräch mit Sängern und Musikern im Theatercafé, was auch ausgiebig genutzt wurde.
Am Samstag fanden tagsüber die Sitzungen des Verbandes statt. Im Rahmen der Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand unter Vorsitz von Dietrich Fischer (Staatstheaterfreunde in Braunschweig), Bernhard Krumrey, Stellv. Vorsitzender (Freunde des Theaters Kiel), Stephan Mücke, Schatzmeister (Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie Leipzig) und die weiteren Vorstandsmitglieder Renate Winkler (Theater- und Musikverein Görlitz) und Jürgen Bandte (Freundeskreis Hessisches Landestheater Marburg) einstimmig wiedergewählt. Prof. Dr. Achim Weizel und Christina Limbourg (Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim) wurden in den Vorstand zu gewählt. Während des ganzen Tages fand ein lebhafter Gedanken- und Informationsaustausch insbesondere zur immer schwieriger werdenden Lage der Theater an einzelnen Standorten – hier seien nur Wuppertal oder Schleswig-Holstein genannt - statt. Vertreter der NThusiasten hatten nachmittags Gelegenheit, ihr Konzept vorzustellen.
Das Partnerprogramm – eine Führung mit dem Chefgärtner durch den Luisenpark – mit einem Mittagessen im Restaurant des Fernsehturms wurde begeistert angenommen. Nach einem weiteren gemeinsamen Abendessen luden wir unsere Gäste zur Premiere, der von unserer Generalintendantin inszenierten, Oper „Turandot“ ein, die ein positives Echo fand. Viele der Gäste nahmen anschließend noch an der Premierenfeier teil.
Zum Abschluss der Tagung fand am Sonntagmorgen das vom Theater ausgerichtete Rundtischgespräch zum Thema „Muss sich Kunst rechtfertigen?“ im Schauspielhaus statt. Die Besetzung des Podiums war hochkarätig: GI Regula Gerber, Prof. Dr. Jochen Hörisch (Uni Mannheim), Prof. Dr. Klaus Pierwoß (langjähriger Bremer Intendant) und Dr. Johannes Slawig (Kämmerer der Stadt Wuppertal). Trotz vieler guter (teilweise auch provokativer) Beiträge vom Podium und auch aus dem Zuschauerraum, gelang es dem Moderator Peter Michalzik (Frankfurter Rundschau) leider nicht, die verschiedenen Aspekte des Themas zu einem Gesamtbild zusammen zu fassen. Die Zuschauer gingen zwar mit wertvollen Denkanstössen aber auch lebhaft (zum Teil erregt) debattierend aus dieser Diskussion nach Hause.
Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss verabschiedeten sich die MUTHEA Mitglieder mit herzlichem Dank an die Organisation. Für die Mannheimer Freunde und Förderer waren diese Tage hochinteressant, da uns klar wurde, dass die Situation der Theater in den verschiedenen Orten extrem unterschiedlich ist und die Kommunen, die alle von Finanznot geplagt sind, je nach Wertschätzung der Kultur in ihrer Stadt mehr oder weniger sorgfältig mit den kulturellen Institutionen umgehen. Wir werden die Situation weiter verfolgen.
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