Begegnung vom 22.10.2008
mit Ludmila Slepneva


Eine Sternstunde der Reihe unserer „Begegnungen“ erlebten die Freunde und Förderer des Nationaltheaters mit dem Abend, den Ludmila Slepneva ihnen schenkte. Moderiert von Operndirektor Professor Klaus-Peter Kehr und am Flügel begleitet von Studienleiter Dr Stephen Marinaro, bezauberte die Sopranistin – zuletzt gefeiert als Jenufa - ein volles Haus mit einem Feuerwerk an Arien und Liedern. Dazwischen entfaltete sich im Gespräch das Leben einer jungen schönen Russin.

Geboren wurde Ludmilla in einem Ort 90 Kilometer entfernt von Moskau. “Aber was sind 90 Kilometer in Russland ?“ fragte sie. „In Russland ist alles XXL, 90 Kilometer weg ist so gut wie in Moskau“. Das kleine Mädchen wollte Balletttänzerin werden – nein, Orchestersängerin – nein, Konzertsängerin, aber auf keinen Fall Opernsängerin, „keine von diesen dicken Tanten aus dem Bolschoi“ – höchstens so etwas wie die schöne Marfa in „Zarenbraut“. Ludmila wurde an Gesangsschulen immer wieder abgewiesen, „aber der Wille entscheidet“. Schließlich absolvierte sie eine Akademie für Sänger und Pädagogen und verließ das Institut mit einem Diplom als Konzertsängerin und Pädagogin. Inzwischen hatte sich der Eiserne Vorhang etwas gehoben, und Ludmila folge dem Rat ihres Ehemannes („mein schärfster Kritiker“), der ihr zur Teilnahme an einem Wettbewerb in Barcelona geraten hatte. Sie gewann den zweiten Preis, kurz darauf auch einen Wettbewerb in Bilbao. Sie war inzwischen Mitglied eines russischen Kammerchors geworden, aber auf ein Opern-Engagement wartete sie lange. „Eugen Onegin ist voll - wir haben schon sechs Tatjanas“, hieß es. Endlich glückte ein Engagement am Moskauer Stanislawski-Theater, „endlich war ich auf der Opernbühne angekommen“ Sie blieb dort acht Jahre. Aber das Repertoire des Stanislawski war klein, alles wurde russisch gesungen – „Du musst deutsch lernen“ riet ihre Agentin,“ alle Theater, die es gibt, sind in Deutschland oder Österreich.“ Also lernte Ludmila deutsch, und gelangte tatsächlich an die kleine Wiener Kammeroper, schließlich an die Opernbühne von Innsbruck. Dort sang sie unter einer verehrten Intendantin alle großen Partien, die Amelia im „Maskenball“, die Prinzessin Turandot, die Leonora im „Troubadour“, die Salome, Tosca. Als das Mannheimer Nationaltheater eine Sopranistin suchte, bewarb sie sich. Ein Vertrag wurde angeboten – „aber zwei Jahre lang in dieser kleinen Stadt ? Nein, das halte ich nicht aus.“ In ihrer ersten Spielzeit sang sie fünf Rollen, in der zweiten Spielzeit noch mehr – und plötzlich gefiel ihr diese „kleine Stadt“ Mannheim, in der man zu Fuß ins Theater gehen konnte, in der „nichts XXL ist“, in der es ein großes Repertoire und eine große Tradition gibt, und in der sie singen, singen, singen konnte !


Und wie sie sang ! Nicht nur ihre Lieblingsarie aus „Butterfly“ bezauberte. Die Freunden und Förderer feierten Ludmila Slepneva, diese große Sopranistin, dieses Bündel Temperament und Charme, diese hinreißende Frau mit nicht enden wollendem Beifall.

Preise
Eintritt zu Begegnungen
10,- €

Für F&F Mitglieder Eintritt
frei !

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Begegnung vom 22.10.2008
mit Ludmila Slepneva



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