Begegnung vom 20.07.2011
mit Michaela Klamminger und Klaus Rodewald





Zwei Künstler - eines der jüngsten Ensemblemitglieder und daneben ein Schauspieler mit großer Erfahrung  – waren zu Gast bei der jüngsten „Begegnung mit ...“ der Freunde und Förderer des Nationaltheaters. Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski präsentierte die junge Michaela Klamminger, die in „Bernarda Albas Haus“ ihre erste Rolle spielt, ebenso einfühlsam wie den bewährten Klaus Rodewald, der soeben mit Kosminski in „Nora“ die 15. gemeinsame Produktion erarbeitet.

Wie geht es beim Vorsprechen zu? „Was haben Sie vorbereitet?“ heißt es da. Burkhard Kosminski ließ die junge Österreicherin einfach vor dem Publikum im Anna Reiss-Saal die gleiche Rolle vortragen, nach der er sie beim Mannheimer Vorsprechen dann auch engagiert hat. Das war ein übermütiger Text aus Gesine Dankwarts „Girlsnightout“ (die Autorin ist den Mannheimern bekannt durch ihre Stadtprojekte), mit dem sich Michaela dann auch sofort großen Beifall holte. Sie wollte schon als Kind Schauspielerin werden, besuchte nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt Graz die Schauspielschule und hatte nun bei ihrem ersten Engagement und ihrer ersten Rolle gleich mit einem großen Regisseur zu arbeiten. Calixto Bieito sprach außerdem bei den Proben nur Englisch. Aber dann „war sofort Vertrauen da“, und auch Nicole Heesters war alles andere als ein Star, „sie war wie eine Mama zu uns allen“. „Bernarda Albas Haus“ hat sieben Frauenrollen. Michaela dachte, da müsste es doch irgendwann einmal Streit geben unter den Kolleginnen – aber auch den gab es nicht. ...

Klaus Rodewalds erste Rolle als Mannheimer Ensemblemitglied war vor Jahren der Charles in „Eine Familie“. Charly legt seiner Cousine sein Herz mit einem Liebeslied zu Füßen, und so war es keine Frage, dass er das gleiche „I love You“ nun auch im  Anna Reiss-Saal zu schmettern hatte. Kosminski ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er diesen Schauspieler für “beseelte Rollen“ mit nach Mannheim  gebracht hatte. Rodewalds Paraderolle war vielleicht der „Menschenfeind“. Doch er spielte auch in „Fiesco“, in „Was Ihr wollt“, in „Supernova“, in „Monsun“. An seine Rollen in „Norma“, in „Fratzen“ erinnert er sich besonders gern. „Rollen, bei denen ein Schauspieler sagt, seht her, was ich alles kann, sind einfach zu spielen“ – aber das reduzierte Spiel, bei dem man nur da stehe, nichts mache, nur laut denke – das fasziniert diesen Schauspieler. Den Cyrano de Bergerac würde er gerne spielen, bekennt er. Der gebürtige Berliner – übrigens ein Schulfreund des scheidenden Heidelberger Intendanten Peter Spuhler - ist schon in Hamburg aufgetreten, in Zürich, in Düsseldorf, teils in festen Engagements, teils als Gast. Nun ist er „in Mannheim angekommen“.

Was magst Du noch, was interessiert Dich noch, außer dem Spielen? Eine gefährliche Frage, die Kosminski da stellte. Rodewald beantwortete sie: „Das Leben. Schönheit. Gute Architektur, Gartenarchitektur, gutes Design, - ja,  und meine Freunde !“ Michaela hat greifbarere Wünsche. Den Bootsführerschein würde sie gerne machen! Und Reiten, und Sprachen lernen. Und etwas für die Seele ....   

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