Begegnung vom 18.05.2011
mit dem Kevin O’Day Ballett Nationaltheater Mannheim





Kein Weg ist den Freunden zu weit … Eine große Zahl von ihnen hatte sich im Tanzhaus Käfertal zur Begegnung mit dem Ballett eingefunden. Kevin O’Day, der Leiter des Balletts am Nationaltheater, begrüßte die Gäste auch im Namen von Dominique Dumais, seiner Co-Direktorin.
In seiner Einleitung legte der Ballettchef die Ziele des Abends dar.
Es ging bei diesem Besuch nicht nur um die Demonstration der geleisteten Arbeit, die Choreografen wollten die Freunde auch mit dem kreativen Prozess vertraut machen, der einer Ballettpremiere vorausgeht. Kevin O’Day kam auf die Unterschiede zwischen einem Handlungsballett und einem Ballett ohne durchlaufende Handlung zu sprechen.

Das Handlungsballett wurde am Beispiel von Romeo und Julia beleuchtet. Bei der Entwicklung der Choreografie spielte auch die Werkgeschichte von Shakespeares Tragödie und Prokofjews Komposition eine wichtige Rolle. Vielen Menschen ist der Text vertraut und für den Tanz ist natürlich besonders die Musik Prokofjews von Bedeutung. All dies fließt in die Choreografie ein, die Einflüsse werden verinnerlicht und dann wieder in sichtbare Bewegung umgesetzt. Kevin O’Day zeigte Bewegungsmuster, die im Laufe des Stücks von unterschiedlichen Tänzern übernommen werden und innere Prozesse spiegeln.
Besonders eindrucksvoll war die Demonstration identischer Sequenzen durch unterschiedliche Interpreten (bei Romeo und Julia gibt es eine Doppelbesetzung). Subjektiv unterschieden sich die zwei Besetzungen nicht nur äußerlich sondern auch in der Akzentuierung und dem Tempo, in dem sie einzelne Phrasen ausführten.

Dominique Dumais führte die Zuschauer in den Entstehungsprozess von Balletten ohne vorgegebene Handlung ein. Dazu zählt auch Frida Kahlo. Hier wird keine chronologische Abfolge des Lebens erzählt, sondern verschiedene Aspekte des Werkes im Laufe des Balletts angesprochen. Hieraus resultiert auch die Aufspaltung der Hauptperson in verschiedene Darstellerinnen.
Völlig ohne vorgegebene Handlung kommt das neue Ballett Garden of Other von Dominique Dumais aus, das das Thema der Begegnung in unterschiedlichen Episoden frei entfaltet. Die Inspiration zu den einzelnen Teilen erfolgte teilweise durch äußere Anlässe, zum Beispiel durch die Beobachtung des auffälligen Verhaltens eines Menschen auf einem öffentlichen Platz. Andere Szenen entwickelten sich während der Proben und sollen jedem Zuschauer ermöglichen, in seiner Phantasie eigene Deutungen zu finden.
Die harmonische Sequenz feeding war eine gelungene Symbiose von Text und Tanz mit ruhiger Grundstimmung, während in Hiroshima Aggression und Tempo dominierten.

Ein Ausschnitt aus Bang on it! zeigte schließlich, wie eine Tanzszene allein durch
Perkussionsinstrumente eine besondere Dynamik erhalten kann - er
machte die Freunde darüber hinaus mit der choreografischen Arbeit des Ensemblemitgliedes Brian McNeal bekannt. Mit seiner Choreografie Dis-Ex (Discovery/Exploration) veranschaulichte er, wie Energien zwischen Tänzern in Bewegung umgesetzt werden können.
Auch dieses Ballett zeigte die hohe technische Kunst des Ensembles, die, zusammen mit den innovativen Choreografien, das Kevin O’Day Ballett in den letzten neun Jahren national und international zu einem Botschafter der Mannheimer Kultur gemacht hat.

Alle Besucher des Abends werden in Zukunft sicher mit einem besseren Verständnis in die Ballett-Aufführungen gehen, unabhängig davon, ob es sich um ein Ballett mit oder ohne Handlung handelt.

Preise
Eintritt zu Begegnungen
10,- €

Für F&F Mitglieder Eintritt
frei !

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Begegnung vom 18.05.2011 mit dem Kevin O’Day Ballett


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