Begegnung vom 18.2.2009 mit dem Kevin’O Day Ballett
Der Abend in Tanzhaus Käfertal stand im Zeichen der drei „B“ - Blues, Brel und Beethoven.
Mit einigen schwungvollen Nummern aus Delta Blues (dog trilogy) eröffnete die Compagnie den Abend und stimmte die zahlreich erschienenen Freunde gleich richtig ein. Kevin O’Day begrüßte anschließend die Freunde bei ihrem jährlichen Besuch und wies voller Stolz auf die neu eingerichteten, stufenförmig angeordneten Sitzplätze hin, die jetzt eine gute Sicht von allen Plätzen erlauben.
Der Abend bestand aus einem Rückblick auf laufende Produktionen sowie einen Ausblick auf ein Stück, das sich noch in den ersten Probenstadien befand. Die Freunde wurden verwöhnt mit zwei getanzten Jacques Brel Chansons (ne me quitte pas, la chanson des vieux amants). Durch die unmittelbare Nähe zu den Tänzern entstand ein viel engerer Kontakt zwischen Publikum und Ensemble, als dies im Nationaltheater möglich ist. Das Erleben wird dadurch sehr viel intensiver. Dies war besonders der Fall bei der Präsentation der Ausschnitte aus dem Beethoven Ballett. Die Zuschauer zeigten sich hier außerordentlich stark berührt und beeindruckt.
Anschließend zeigte die Compagnie „work in progress“. Das neue Programm MA / NY for the love of it (eine Huldigung an Mannheim und New York) wird eine Kombination unterschiedlicher Musikstile mit der Choreographie zeigen.
Der langjährige Partner John King wird einen Teil der Musik liefern, daneben aber auch Musiker aus der Region wie Thomas Siffling und andere. In seinem unnachahmlichen charmanten Deutsch / Englisch erklärte der Choreograph die gedachte Handlung, die eine Flussreise mit Unterbrechungen an verschiedenen Anlegestellen abbildet. Ungewöhnlich und interessant war der Versuch, identische Schrittfolgen mit völlig unterschiedlicher Musik zu koppeln. Kevin O’Day empfahl den Gästen, sich dem Ballett nach den Worten von George Balanchine zu nähern: die Musik sehen, den Tanz hören (see the music, hear the dance).
Die Zuschauer waren beeindruckt, von der sichtbar und fühlbar guten und produktiven Stimmung im multinationalen Ensemble. Die sympathischen Tänzer und Tänzerinnen stellten sich am Ende persönlich dem Publikum vor, das sich mit herzlichem Beifall für den anregenden Abend bedankte.