Begegnung vom 26.01.2011
mit Karsten Mewes





Was als „Begegnung mit Karsten Mewes“ angekündigt war, entpuppte sich im Anna-Reiss-Saal unerwartet als spektakulärer Liederabend. Der Bariton Karsten Mewes, den Freunden und Förderern des Nationaltheaters aus vielen Aufführungen bekannt als Hans Sachs, als Wotan, als Klingsor, als Scarpia, sang zwischen vielen Fragen und Antworten keine Opernarien, sondern – Lieder! Am Flügel begleitet von Michael Wendeberg, ließ der Künstler ein breites Spektrum an bekannten oder weniger bekannten Gesängen von Hugo Wolf, Robert Schumann, Tschaikowsky, Franz Schubert bis hin zu Richard Strauß erklingen. Wie vielseitig dieser Sänger ist, weiß das Mannheimer Publikum. An diesem Abend bejubelte es Karsten Mewes, als er seinen Vortrag schließlich auch noch mit dem Ohrwurm „Wenn ich einmal reich wär“ aus dem Musical „Anatewka“ abschloss.

Schon in der vierten oder fünften Grundschulklasse war Karsten Mewes in einer Spezialschule für Musikerziehung in Ost-Berlin mit der Musik in Berührung gekommen. Doch an einen Beruf im Dienste der Musik dachte er zunächst nicht. Moderator Anselm Dalferth entlockte ihm den Beruf des Försters oder den des Maschinenbauers als frühe Berufswünsche. Die Umstände waren dagegen. Als ihn schließlich ein Lehrer fragte, ob er nicht Gesang studieren wolle, ging er eher unentschlossen darauf ein. Gesungen hatte er in der Schule ja schon seit Jahren – allerdings Bass. Erst allmählich entwickelte sich die Stimme zum Bass-Bariton und zum Bariton. So nahm er Abschied von den Bass-Rollen, die er so gern gesungen hatte, und merkte dann, dass es in dem neuen Fach „auch schöne Rollen gibt – den Fliegenden Holländer etwa“. Nach dem Studium und dem gewonnenen Robert Schumann-Wettbewerb wurden beim Vorsingen in Gera die Berliner Staatsoper Unter den Linden und die Komische Oper Berlin auf ihn aufmerksam. Nach ersten Auftritten in Potsdam sang er schließlich abwechselnd in diesen beiden großen, damals noch Ost-Berliner Opernhäusern. Es folgte eine arbeitsreiche Zeit mit vielen Rollen und mehr als hundert Aufführungen im Jahr. Nach der Wende entschloss sich Karsten Mewes zur Tätigkeit als frei schaffender Künstler. Er sang in Bayreuth in der Schlingensief –Inszenierung des Parsifal, er wurde an vielen Bühnen eingesetzt, er hatte viele Rollen „drauf“ – den Papageno sang er bisher etwa 400mal. Schließlich sprang er auch als Holländer in Mannheim ein - und blieb. Er liebt die Oper, er liebt das traditionelle Opernrepertoire, er verteidigt den Musikunterricht in den Schulen als Weg zur Musik, er liebt das Lied in seiner Tiefe und Schwere. Das Mannheimer Publikum will ihn noch oft hören!  

Preise
Eintritt zu Begegnungen
10,- €

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frei !

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Begegnung vom 26.01.2011 mit Karsten Mewes


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