Begegnung vom 21.1.2009
mit dem Orchesterdirektor Hendrik Schröder


Es gibt Berufe, die kann man nicht lernen, in die wächst man einfach hinein. In dieser Art schilderte der Orchesterdirektor des NT Mannheim, Hendrik Schröder, seinen Lebenslauf. Im Gespräch mit Operndirektor Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr wurden die vielfältigen Anforderungen dieser Position, die zwischen Intendanz und den Orchestermusikern angesiedelt ist, ganz deutlich. Hendrik Schröder fühlt sich primär den Musikern verpflichtet, in deren Situation er sich durch seine eigene musikalische Karriere gut einfühlen kann.


Nach einem Musikstudium mit Schwerpunkt Oboen-Ausbildung war er freiberuflich tätig, ehe er mehr durch Zufall in den administrativen Bereich erst in Koblenz, später in Aachen und dann in Mannheim wechselte. Hendrik Schröder machte an dem Abend ganz deutlich klar, dass die hochqualifizierten Mitglieder des Orchesters bei allem eigenständigen Denken und Handeln, sich dem Haus stark verpflichtet fühlen. Sie sind auch nach längerer Zugehörigkeit zum Orchester noch bereit, sich weiterzuentwickeln und die Bezeichnung „Dienst“ für ihre Arbeitszeit sollte nicht als schlichtes Erfüllen der Vorschriften des Tarifvertrages angesehen werden, zumal neben den Proben und Aufführungen noch erhebliche Zeiten für das Üben zuhause angesetzt werden muss.


Den Zuhörern wurde klar, dass das Repertoire des NT, das Musikstile mehrerer Jahrhunderte umfasst, sehr differenzierte Anforderungen an die Musiker stellt. Den Zuhörern wurde auch deutlich, welche logistischen Probleme bewältigt werden müssen, um zu ermöglichen, dass allen Orchestermitgliedern die Gelegenheit gegeben ist, gut vorbereitet in die Vorstellung zu gehen. Hendrik Schröder ging ausführlich auf die wichtige Rolle des Dirigenten ein, der bei längerer Arbeit mit dem Orchester stilbildend arbeiten kann und soll, es wurde auch klar, dass die Persönlichkeit und die Motivationskraft des Dirigenten sehr stark das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen beeinflusst. Der Orchesterdirektor kann zum positiven Ergebnis beitragen, indem er dafür sorgt, dass die Rahmenbedingungen stimmen, hier kann es sowohl zu Konflikten mit der Leitung kommen, andererseits muss der Orchesterdirektor darauf hinweisen, dass manche Erwartungen nicht erfüllt werden können. Er muss versuchen, Konflikte diplomatisch zu lösen („nicht mit der Brechstange“). Die Zuhörer hatten den Eindruck, dass Hendrik Schröder mit sehr viel Psychologie und Einfühlungsvermögen seine schwierigen Aufgaben erfüllt.


Sie erhielten auch einen Eindruck davon, wie er sich von der Arbeit musikalisch durch sein Oboenspiel entspannt. Hendrik Schröder spielte sehr eindrucksvoll einen Satz aus der Bachschen a-Moll-Partita.

Preise
Eintritt zu Begegnungen
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Begegnung vom 21.01.2009
mit dem Orchesterdirektor Hendrik Schröder
und Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr



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