 |
 |
Begegnung vom 21.12.2011 mit Heike Wessels
Temperamentvoll und gut gelaunt erlebten die Freunde die beliebte Sängerin bei der Begegnung im REM. Im Gespräch mit Sabine Schweitzer erhielten die Gäste Einblick in die künstlerische Welt der Künstlerin. Heike Wessels kommt nicht aus einer typischen Musiker-Familie, ist aber als Kind zweier Studenten in einem kreativen Elternhaus groß geworden. Ihren ersten intensiven Kontakt zur Welt der Musik hatte sie schon früh, zunächst jedoch nicht im Bereich der Klassik, sie sang in einer Band, und beruflich entstand in einem ländlichen Umfeld bei der passionierten Reiterin der Wunsch, Tierärztin zu werden. Dieser Plan wurde dann letztendlich nach Kontakt mit der Welt der Klassik und ersten Studien in den benachbarten Niederlanden noch während der Schulzeit zugunsten eines Gesangsstudiums an der Folkwang Hochschule Essen aufgegeben, einer Hochschule, die sich von manchen anderen durch den engen Kontakt mit den anderen künstlerischen Sparten (Schauspiel, Tanz) unterscheidet. Vielleicht rührt daher auch die besondere Fähigkeit der Sängerin, musikalisches Gefühl auch deutlich körperlich auszudrücken und dies nicht nur in szenischen, sondern auch in konzertanten Aufführungen.
Heike Wessels hat sich, trotz anderer Angebote, vor vier Jahren bewusst für das Nationaltheater Mannheim und damit für das Repertoiretheater entschieden. Im Augenblick bahnt sich bei ihr ein Fachwechsel vom Mezzo- zum dramatischen Sopran an, ein Wechsel, der von Studienleiter Stephen Marinaro von vorneherein erwartet war, wie er in einem Exkurs zum Thema „Zwischenfach“ erläuterte. Konsequenterweise steht nun auch die Rolle der Sieglinde als nächstes auf Heike Wessels Plan. Die Zuhörer erhielten bereits einen Vorgeschmack auf diese Partie.
Ihre Vorliebe für Richard Wagner zeigte bereits die Eröffnung mit zwei Wesendonck-Liedern, am Klavier begleitet auch hier von Stephen Marinaro. Heike Wessels liebt die Kunstform des Liedes, das sie als eine „Oper im Kleinen“ betrachtet, bei der der Künstler Bilder und Ideen in Musik umsetzen kann. Interessant für die Zuhörer waren auch Einblicke in Aspekte des Sängerlebens, die dem Publikum sonst nicht zugänglich sind. Dazu gehören auch die von den meisten Sängern gefürchteten Vorsingen, zu Beginn einer Karriere unumgänglich und oft entscheidend für den weiteren Werdegang. Die Sänger werden dabei manches Mal vor große physische und psychische Belastungen gestellt. Den Zuhörern wurde zudem klar, welche Auffassungsgabe, Flexibilität und manchmal auch Improvisationskunst notwendig ist, wenn Sänger kurzfristig an anderen Häusern einspringen oder bei einer Wiederaufnahme mit wenigen Proben in bestehende Inszenierungen einsteigen müssen. Heike Wessels ist eine Sängerin, die viele eigene Ideen in musikalische Gestaltungen und Inszenierungen einbringt, und eine Künstlerin, die zwar durchaus auf Ratschläge aus der Umgebung hört, aber weiß, dass letztendlich doch immer sie selber die Entscheidungen für ihren Weg treffen muss. Für alle nachvollziehbar fasste sie ihre Einstellung zum Beruf mit dem einfachen, klaren Satz zusammen: „Ich mag Musik“.
|
|
|



 | 
|  | 
|  | 
|  Begegnung vom 21.12.2011 mit Heike Wessels
|

|
|


|



|