Begegnung vom 13.12.2007 mit Christiane J. Schneider Nadine Schwitter und Edgar M. Böhlke
Der harte Kern der Schauspielfreunde traf sich kurz vor Weihnachten, um unter der Leitung von Volker Bürger einen anregenden Abend mit der Regisseurin Christiane J. Schneider und zwei Darstellern der Neuproduktion von Kabale und Liebe zu verbringen.
Die Freunde erfuhren, dass der Dramaturg Volker Bürger ein Kind der Region ist, der nach Studium und Arbeiten in Graz und München jetzt das Team um Burkhard Kosminski verstärkt. Der Abend führte zurück in die „ wilde Zeit „ des deutschen Theaters Ende der sechziger Jahre, aus der Edgar Böhlke lebhaft und anschaulich berichtete, die Kämpfe um die Mitbestimmung lebten in den Erzählungen wieder auf, relativiert durch den kritischen Blick aus der Distanz. Der erfahrene Schauspieler hat sich von Burkhard Kosminski überzeugen lassen, nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule in Frankfurt noch einmal in die Ensemblearbeit einzusteigen und durch seine Erfahrung das Schauspiel zu bereichern und nicht zuletzt den jungen KollegInnen zu helfen, den Weg in die Inszenierungen zu finden.
Von diesem Rat profitieren Mitglieder des Ensembles wie Nadine Schwitter, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere steht. Sie hat ihre Jugend abwechselnd in Ungarn und Deutschland verbracht. Sie schilderte anschaulich die Ausbildungsschritte in der Theaterakademie, wo sie das Glück hatte, schon während der Ausbildung Spielpraxis zu erlangen. Ihr Engagement erfolgte noch während ihrer Ausbildungszeit, die sie jetzt neben der Theaterarbeit zu Ende bringt. Nach ihren ersten Eindrücken gefragt, hob sie die gute Kommunikation zwischen Regisseuren, Dramaturgen und Schauspielern hervor, die gerade Anfängern das Leben im Theater sehr erleichtert.
Die Regisseurin Christiane J. Schneider ist seit dieser Spielzeit am NT als Hausregisseurin engagiert. Dies bietet ihr die Möglichkeit, im Unterschied zu Gastregisseuren an der täglichen Theaterarbeit teilzunehmen, bei der Spielplangestaltung mitzuwirken und auch die Entwicklung eigener Arbeiten im Repertoirebetrieb weiter zu begleiten. In ihrer Regiearbeit zu Kabale und Liebe lag ihr am Herzen, die Ambivalenz der Figuren darzustellen und zu zeigen, dass die erste Liebe nicht nur Überschwang mit sich bringt sondern auch sehr stark mit Angst (Verlust des Partners) verbunden ist.
Eine ausführliche Fragerunde gab den Freunden reichlich Gelegenheit, sich mit Fragen an die Gäste zu wenden, diese Chance wurde rege wahrgenommen.
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