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Begegnung vom 27.10.2010 mit Alois Seidlmeier und István Kovácsházi
Zwei Schwergewichte der Mannheimer Opernwelt gaben den Freunden und Förderern des Nationaltheaters die Ehre: Bei der jüngsten „Begegnung mit…“ im Anna-Reiss-Saal traten Alois Seidlmeier – der neue Stellvertreter des Generalmusikdirektors und Erste Kapellmeister – und der Heldentenor István Kovácsházi vor das vollbesetzte Haus. Der Jubel brandete bereits beim ersten Vortrag auf, als István, ermuntert von der kundigen Operndramaturgin und Moderatorin Dr. Regine Elzenheimer, Lehars Ohrwurm „Dein ist mein ganzes Herz“ erklingen ließ. „Ein Glücksgriff für Mannheim“, meint nicht nur sie.
Der Ungar István Kovácsházi hat noch ein ungebrochenes Verhältnis zur Operette. Er sang, ausgezeichnet mit dem Ungarischen Staatspreis, am Operettentheater Debrecen und an der Staatsoper Budapest, bis ihn Mannheims Operndirektor Professor Kehr entdeckte und nach Mannheim holte. Und in Budapest hat die Operette, haben Lehar und Kalman noch einen anderen Rang als hierzulande. Wie man sie singen kann, bewies István an diesem Abend unter dem jubelnden Beifall der Freunde und Förderer mehr als einmal. Der Schritt nach Mannheim fiel ihm nicht leicht. Seine Familie lebt weiterhin in der ungarischen Hauptstadt. Nach seiner ersten Rolle in Mannheim, dem Stolzing in den „Meistersingern“, erlebte er am Schluss der Vorstellung mehr als nur eine Überraschung, „Nein, es war ein Schreck : Alles hat gebuht ! Das gibt es in Budapest nicht!“ Die Kollegen trösteten ihn – die Buh’s hätten der Regie gegolten: „Willkommen in Mannheim!“ Das Nationaltheater setzt in der sängerischen Laufbahn dieses Tenors, der bislang überwiegend im lyrischen Fach zuhause war, neue Schwerpunkte. Er wurde Mannheims jugendlicher Held, sang deutsches und französisches Fach, wurde der Hoffmann, wurde Parsifal, wurde Don Jose und wird demnächst den Lohengrin singen. Was ist das Geheimnis seiner Konstitution, die ihn noch nie eine Vorstellung absagen ließ? Der sorgfältige Umgang mit seiner Stimme, meint Regine Elzenheimer, „er schaut immer, wo er in seiner Entwicklung steht.“ Und – viel Schlaf. „Ja, meine Stimme muss schlafen“, lachte István – und sang die nächste Arie.
Schon die Begleitung am Flügel durch Alois Seidlmeier ließ spüren: “Wir haben beide den gleichen musikalischen Atem“. Seidlmeier war Repetitor in Würzburg und Chefdirigent am Landestheater Coburg, bevor ihn das Mannheimer Orchester mit einem „Endlich komplett!“ willkommen hieß. Das Orchester sei herrlich, die Akustik toll, doch er hätte zunächst einmal die neue Dimension verarbeiten müssen: „Die Entfernung von mir bis zum letzten Notenpult ist eine ganz andere als in Coburg …“ Alois Seidlmeier kam als Zehnjähriger zu den Regensburger Domspatzen. Täglich drei Stunden Gesang- und Instrumentalunterricht! Seither gehört Musik zu seinem Leben. Er studierte Gesang. Aber die Vorbelastung durch den vielen Chorgesang erwies sich nicht als die beste Vorbereitung auf eine Sängerkarriere. „Ich wollte immer interpretieren – aber der Gesang war offenbar das falsche Mittel“. Er wechselte ans Dirigentenpult, doch den Gesangswunsch habe er noch lange mitgeschleppt, bekannte Seidlmeier, „Singen ist eine der ursprünglichsten menschlichen Äußerungen.“ Was blieb, ist ein besonderes Verhältnis dieses Dirigenten zu den Sängern. Er spürt „der erste Impuls kommt immer von der Bühne“.
Das Publikum bedanke sich begeistert bei den Gästen mit lebhaftem Beifall! 
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